Wie kann man es vermeiden, Menschen durch
bestimmte Begriffe und Bezeichnungen zu verletzen?
Dabei geht es nicht nur darum, Schimpfwörter zu
vermeiden, sondern auch in weniger eindeutigen Fällen
die richtigen Ausdrücke zu kennen und sorgsam
mit Sprache umzugehen.
Sehen Sie sich doch einmal diesen Film
an.
Ausländer
Nicht nur blonde, blauäugige Menschen sind Deutsche,
wie man hier im Film sieht. Also sollte man Menschen
nicht nach ihrem Aussehen beurteilen.
Türkischstämmige Menschen stellen die größte
ethnische Minderheit in Deutschland dar, die deutsche
Vertretung in Ankara gibt derzeit eine Zahl von 2,5 Millionen
an.
Weniger klar als die
Zahl ist die Frage, wie diese Menschen angesprochen
werden möchten. Das
Wort 'Ausländer' wird in der offiziellen
Sprache in Deutschland nicht mehr für Menschen
benutzt, die längerfristig in Deutschland leben.
Allerdings sehen viele nicht deutschstämmige
Menschen sich auch nicht als Deutsche; auch die Gesellschaft
hat zum Teil das Bedürfnis, ein anderes Wort für
diese Menschen zu finden. Doch die 'Deutsch-Türken'
und die gesamte Gesellschaft beschreiben nicht alle
in Deutschland geborenen und lebenden Menschen als
Deutsche, weshalb andere Bezeichnungen gebraucht werden.
Inzwischen hat sich die
Bezeichnung ‚Menschen mit Migrationshintergrund'
durchgesetzt, eine Bezeichnung, die ebenfalls umstritten
ist, nicht nur wegen ihrer Länge. Menschen mit
Migrationshintergrund sind auch Menschen, deren Eltern
oder Großeltern nach Deutschland gekommen sind
und die selbst eventuell überhaupt keinen Bezug
zu deren Herkunftsland haben. Verringert diese Bezeichnung
unter Umständen sogar die Chance, vom
'Ausländer' zum 'Deutschen zu werden? Was
denken Sie?
Zu den Aufgaben
Bei der Beantwortung der Aufgaben
haben Sie gerade darüber nachgedacht, welche politischen
Fragen sich hinter solchen Begriffen verbergen. Mehr
dazu erfahren Sie in einem Interview. Fragen zum Film
finden Sie auf dem Aufgabenblatt.
Migrationshintergrund
Der Kampf um die richtige Bezeichnung,
der im Interview dargestellt wird, spiegelt sich in
vielen Bereichen wieder. Menschen mit Migrationshintergrund
fühlen sich als 'Deutsch-Türken, 'Deutsch-Marokkaner'
usw., was sie aber zumindest in der Frage nach Staatsangehörigkeit
und Wahlrecht nach der deutschen Gesetzgebung nicht
umsetzen können. Wie sollte diese politische Realität
sich in der Sprache niederschlagen?