Auch in vielen anderen Situationen stellt man sich
die Frage, wie direkt man sein sollte und wann eine
Notlüge die bessere Lösung wäre. Wie
ist das zum Beispiel bei Geschenken? An der Art, wie
Geschenke akzeptiert werden, sieht man schon die deutsche
Direktheit. Man freut sich über ein Geschenk,
sollte seine Freude auch offen zeigen, aber man lehnt
es nur rhetorisch ab. Man kann sagen „Das wäre
doch nicht nötig gewesen.“ Für Japaner
muss das ein sehr direktes Verhalten sein, denn in
Japan und vielen anderen Ländern ist es üblich,
Geschenke zunächst zurückzuweisen. Das wäre
in Deutschland nicht angemessen. Aber was tut man,
wenn man das Geschenk nicht schön findet? Sagt
man es direkt?
Sehen Sie sich den Film an. Was sagen
Sie? Notieren Sie Ihre Gedanken auf dem Arbeitsblatt.
Geschenk 1
Was haben Sie gesagt? „Das ist ja hässlich?“ Nein,
sicher nicht. Sehen Sie sich an, wie der Film weitergeht
Geschenk 2
Große Begeisterung muss man nicht zeigen,
wenn man ein Geschenk nicht schön findet, aber bedanken
muss man sich auf jeden Falls. Man sollte auch nicht
sagen, wenn ein Geschenk nicht den Geschmack getroffen
hat.
Ähnliches gilt für das Ablehnen von Einladungen. Falsche Begeisterung
ist nicht notwendig, zu viel Ehrlichkeit aber auch nicht immer. Sehen Sie sich
einmal diese Version des Films an.
Partyeinladung 1
Wie wirkt dieses Verhalten auf Sie? Ist das in Ordnung,
so etwas zu sagen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Wenn nein, warum nicht? Wie hätten Sie geantwortet?
Notieren Sie Ihre Antwort auf dem Arbeitsblatt.
In Deutschland ist es völlig in Ordnung, Einladungen
auszuschlagen. Bei kleinen Verabredungen mit sehr guten
Freunden sind auch Müdigkeit oder gegebenenfalls
sogar Unlust ein akzeptabler Grund. In allen anderen
Situationen ist eine kleine Notlüge eine gute
Lösung. Sehen Sie sich an, wie man in dieser Situation
besser hätte reagieren können.